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Evangelischer Pfarrbereich Flemmingen - Langenleuba-Niederhain
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Das geistliche Wort zum Sonntag …. auch wenn wir keinen Gottesdienst feiern:
Andacht Sonntag Misericordias Domini – 1. Petrus 2,21-25

Liebe Leserinnen und liebe Leser,

Image by Gerd Altmann from Pixabay
Image by Gerd Altmann from Pixabay

wir werden es noch länger nicht tun, auch wenn wir es jetzt könnten: Gottesdienst in unseren Kirchen feiern. Wir haben beschlossen, es noch bis 28.06.2020 auszusetzen und weiterhin in anderer Form geistlich Gemeinschaft zu haben, wie zum Beispiel: mit dieser Andacht, der offenen Kirche, dem Glockenläuten, dem Telefonanruf, dem Gespräch über den Gartenzaun, das Posaunenspiel und dem Gebet füreinander. Zur christlichen Nächstenliebe gehört es aufeinander Rücksicht zu nehmen.

Heute ist der Sonntag des guten Hirten. Vom Thema her ist es eines der schönsten Sonntage im Kirchenjahr. Für uns auf dem Land ist es immer noch ein eindrückliches Bild, auch wenn es immer seltener wird: „Der Hirte, der seine Schafe weidet.“ Nun gut, Schafe als natürlich Rasenmäher hat mancher noch in seinem Garten, aber eben nicht mehr als große Herde, sondern nur noch zwei, drei Stück. Dennoch ist das Bild der Schafe und des Hirten bei vielen von uns als Bild der christlichen Nachfolge gegenwärtig.

Aber Nachfolge was ist das? Ein altes Wort, das keiner mehr versteht? Ein Kirchenvater hat einmal gesagt: „Folge Christus nach und lerne verschmähen, was vergänglich ist“. Scheint also eine erste Sache zu sein? Dazu lesen wir einmal den Predigttext dieses Sonntags aus 1. Petrus 2:

21Denn dazu seid ihr berufen, da auch Christus gelitten hat für euch und euch ein Vorbild hinterlassen, dass ihr sollt nachfolgen seinen Fußstapfen;
22er, der keine Sünde getan hat und in dessen Mund sich kein Betrug fand;
23der, als er geschmäht wurde, die Schmähung nicht erwiderte, nicht drohte, als er litt, es aber dem anheimstellte, der gerecht richtet;
24der unsre Sünden selbst hinaufgetragen hat an seinem Leibe auf das Holz, damit wir, den Sünden abgestorben, der Gerechtigkeit leben. Durch seine Wunden seid ihr heil geworden.
25Denn ihr wart wie irrende Schafe; aber ihr seid nun umgekehrt zu dem Hirten und Bischof eurer Seelen. - 1. Petrus 2,21–25 (LU)

Wenn Petrus hier von den Fußstapfen Christi schreibt, denen wir nachfolgen sollen, dann ist das für uns eine ungeheure Herausforderung und verlangt von uns die ganze Konzentration im Leben als Christen. Jesus Christus kann man nicht nebenbei nachfolgen und gleichzeitig noch so vieles anderes tun.

Manchmal mache ich an meinem Computer Multitasking. Das müssen heute viele machen, die jetzt in der Corona-Krise Homeoffice machen. Das heißt, man macht mehrere Sachen gleichzeitig. Bei mir könnte das Folgendes sein, dass ich am Computer eine Predigt schreibe, gleichzeitig noch eine Andacht offen habe, dann mal eine E-Mail lese oder schreibe, kurz einmal telefoniere. Dann kurz in Facebook schaue und so weiter. Bei Eltern, die im Homeoffice sind, kommen noch die Kinder mit Home-Schooling und spielen und die Familie dazu. Also ist man nirgends mit 100% bei der Sache.

Und bei manchen Menschen ist das mit der Nachfolge Christi so. Sie ist dann eines unter vielen. Und das geht garantiert 100% schief.
Wer Jesus Christus nachfolgt, ist zu 100% gefordert. Wir werden aufgefordert so zu leben, wie Jesus gelebt hat. Es sind vier Punkte, die Petrus hier aufzählt.

1.         Jesus lebte ohne Sünde – darum sei auch Du ohne Sünde – lebe rein.
2.         Jesus hat nie gelogen oder andere betrogen – darum sei auch Du immer und überall ehrlich und echt.
3.         Jesus ließ sich verschmähen und beschimpfen, ohne dass er es auch wieder tat – darum sei immer und überall freundlich und zuvorkommend.
4.         Jesus war nie auf Vergeltung und Rache aus, sondern er hat sogar denen vergeben, die ihn ans Kreuz gebracht haben. Darum lebe auch du in der Vergebung. Vergebe immer und überall.

Das ist unmöglich, wird jetzt mancher sagen, oder wenn er oder sie es nicht aussprechen, dann wenigsten innerlich denken. Doch genau an diesen vier Punkten wird deutlich, unter welcher Herausforderung wir als Christen stehen, wenn wir den Fußstapfen Christi nachgehen.
Wir dürfen wissen: Jesus, als der gute Hirte, will uns bei all dem vorangehen und wir, wir sollen ihm vertrauen und nachfolgen. Sind wir zu dieser großen Herausforderung, die er an uns stellt, bereit? Wagen wir es und lassen uns darauf ein? Ich kann nur Mut machen, es zu tun. Es lohnt sich.
Amen.
Gottes Segen – Ihr Pfarrer Jörg Bachmann

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