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Evangelischer Pfarrbereich Flemmingen - Langenleuba-Niederhain
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St-Nikolai-Kirche Langenleuba-Niederhain

Alttarraum Kirche Langeleuba-Niederhain

Der älteste Teil der ,,Nikolaikirche“ ist eine romanische Anlage aus dem 12.Jh. Die Kirche ist sehr prachtvoll ausgestattet und damit die schönste und sehenswerteste im Wieratal. Der östliche Teil mit Turm ist aus dem 12. Jh., das Langhaus wurde Ende des 16.Jh. angebaut. Die Anbauten für die Emporen sowie der Eingang auf der Nordseite stammen aus dem 18.Jh. Vor dem reichverzierten Altar in der Mitte des Chor-Vierecks, dem ältesten Teil der Kirche, schwebt eine Engelsfigur von der Decke herab. Dieser Renaissance-Engel ist um 1580 entstanden und gilt als besonders wertvoll. Der geschnitzte Taufstein stammt vom Bildhauer Johann Gottlob Gleitsmann aus Lgl.-Niederhain aus dem Jahre 1866. Die jetzige Orgel von Ladegast wurde 1903 bei der umfassenden Kirchenerneuerung eingebaut. Die prachtvollen Bemalungen und Schnitzereien an den Emporen, an den Decken des Chores und des Langhauses sind in ihrer ursprünglichen Schönheit durch umfassende Rekonstruktion erhalten.

Von den 3 Glocken mussten während des 2. Weltkrieges 2 abgegeben werden. Doch die kleine Bronzeglocke von 1829 befindet sich noch immer auf dem Turm. Am 24.7.1954 wurden dann feierlich die beiden aus Hartguss gegossenen Glocken im Turm befestigt und erstmals geläutet. 1985 erfolgte nach umfangreicher Innen- und Außenrestaurierung der Kirche unter großer Anteilnahme der Gemeinde die Wiedereinweihung. In den letzten Jahren sind die Elektrifizierung aller Glocken, der Einbau einer elektrischen Funkuhr und der Einbau einer Bankheizung erfolgt.

Zum Kanzelaltar

Wer unsere Nikolai – Kirche betritt, ist über die schöne und reiche Ausschmückung erstaunt. Die gelungene Restaurierung, die nach mehreren Jahren 1985 mit einem Festgottesdienst abgeschlossen wurde, lässt unser Gotteshaus in seiner anspruchsvollen künstlerischen Gestalt erstrahlen. Der Betrachter ahnt, ob er die großartige Deckenausmalung,  die Figuren im Altarraum oder den herrlichen Kanzelaltar betrachtet, alles hat einen tiefen Zusammenhang und ist auf die Bestärkung des Gottvertrauens ausgerichtet.

Unser Gotteshaus ist eine Predigt in Bildern und mit Figuren und hält sich ganz eng an die reformatorische Entdeckung Martin Luthers: „allein die Schrift“ (sola scriptura), „allein der Glaube“ (sola fides), „allein die Gnade“ (sola gratia“).

Ich will diese ganz klare evangelische Botschaft anhand des Kanzelaltars deutlich machen.

Betrete ich von Westen her die Kirche, zieht der Kanzelaltar sofort meinen Blick auf sich. Seine reiche Gliederung lässt sich auf 5 Ebenen verteilen.

Die erste und untere Ebene ist der Altar selbst, an der Vorderseite ist das Lamm, das Christusmonogram und die Siegesfahne zu sehen.

Die zweite Ebene bildet der Altaraufsatz mit unserem gekreuzigten HERRN JESUS CHRISTUS und Brot- und Weinsymbolen an den Seiten.

Die mittlere Ebene zeigt unseren HERRN JESUS CHRISTUS als Heiland und Weltenherrscher, der die Erdkugel in der linken Hand hält und den Friedensgruß mit der rechten dem Betrachter darbringt.

Darüber ist in der vierten Ebene die Kanzel, die der Verkündigung von GOTTES Wort dient (sola scriptura) und zum Abschluss ist ein urchristliches Symbol über dem Schalldeckel zu sehen, der Pelikan, der sich in die Brust hackt, um seinen hungernden Jungen von seinem Blut zu trinken zu geben. Der Pelikan opfert sein Leben für seine Jungen. Der Pelikan steht wie das Lamm für unseren HERRN JESUS CHRISTUS. Er gibt sein Leben am Kreuz für uns Menschen. Mit seinem Tod nimmt JESUS sich all der Notleidenden, Verschmähten, Verachteten und Sterbenden an. Er leidet wie sie. Und JESUS geht seinen Weg ans Kreuz ganz im Gehorsam gegenüber GOTT, seinem himmlischen Vater. Er vertraut darauf, dass sein himmlischer Vater ihn nicht im Tod belässt, sondern in seiner großen Barmherzigkeit zu seiner Herrlichkeit führen wird.

So werde ich als Betrachter eingeladen, wie unser HERR JESUS, all mein Vertrauen auf GOTT, meinen himmlischen Vater, zu setzen. ER kann und ER wird mich aus aller Not und allen Todesschrecken erretten. In Brot und Wein, im heiligen Abendmahl, habe ich Gemeinschaft mit unserem HERRN JESUS CHRISTUS und werde so in meinem Gottvertrauen bestärkt (sola fides).

Nicht meine Verdienste, meine Leistung und mein Wissen werden mich im jüngsten Gericht retten, sondern allein die Gnade und Barmherzigkeit GOTTES führt mich zu ewigem Leben (sola gratia).

JESUS als Heiland und Weltenherrscher im Mittelpunkt und Zentrum des Kanzelaltars kündet vom Sieg GOTTES über den Tod. Auf ihn darf und soll ich als Mensch schauen und durch ihn weiß ich, wie groß GOTTES Barmherzigkeit ist.

Der Kanzelaltar will nicht von unten nach oben  oder von oben nach unten betrachtet werden, sondern hat seinen Mittelpunkt in JESUS CHRISTUS, auf den hin alles zuläuft und der das Zentrum meines Lebens ist. Schaue ich auf IHN und bleibe ich bei IHM, werde ich leben und GOTTES Herrlichkeit schauen.

JESUS sagt:

„Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern; und wer an mich glaubt, den wird nimmermehr dürsten…Alles, was mir mein Vater gibt, das kommt zu mir; und wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen….Denn das ist der Wille meines Vaters, dass, wer den Sohn sieht und glaubt an ihn, das ewige Leben habe; und ich werde ihn auferwecken am Jüngsten Tage.“                                                              Johannes 6, 35. 37. 40