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Evangelischer Pfarrbereich Flemmingen - Langenleuba-Niederhain
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Geschichte

Es gibt einen Teil von Kirchengeschichte hier im Wieratal, der für die deutsche Geschichte und auch besonders der deutschen Kirchengeschichte mit prägend war. Dieser Teil darf, auch wenn er nicht schön war und Schatten auf unsere Gemeinden wirft, nicht in Vergessenheit geraten.

Der Autor Joachim Krause hat über diese Epoche, und wie unsere Gemeinden darin involviert waren, ein Büchlein geschrieben:

"Im Glauben an Gott und Hitler"

Es ist eine sehr lesenswerte Bestandsaufnahme.

Dazu eine Kurzinformation des Autors:

„Aus dem Wieratal ins Reich!“ Im idyllischen Tal des Flüsschens Wiera, zwischen Altenburg in Thüringen und Glauchau in Sachsen gelegen, erzählt man sich nicht nur mancherlei beschauliche Geschichten aus alter Zeit, dort wurde vor wenigen Jahrzehnten auch Geschichte geschrieben:

1927 kamen Siegfried Leffler und Julius Leutheuser – zwei junge Pfarrer aus Bayern – in die Kirchgemeinden Niederwiera und Flemmingen. Es gelang ihnen in wenigen Jahren, die Lehrer und Handwerker, die Jugend und die Bauern in ihren Dörfern für den Nationalsozialismus und für die Bewegung der „Deutschen Christen“ zu begeis-tern. Schon vor Hitlers Machtergreifung wählte fast die gesamte Bevölkerung im „Wieratal“ die NSDAP. Stolz marschierten die Burschen der SA als „Hitlers braune Bataillone“. In den Kirchgemeinden ersetzte eine neue „zeitgemäße deutsche Got-tesfeier“ den herkömmlichen Gottesdienst. Nach 1933 dehnte sich die „Kirchen-bewegung Deutsche Christen“ auf das ganze Deutsche Reich aus. Pfarrer Leffler wurde 1939 zum Leiter des kurz und schrecklich sogenannten „Entjudungsinstituts“ ernannt, das in der Lutherstadt Eisenach von deutschen evangelischen Landes-kirchen gegründet wurde und die Aufgabe hatte, alles Jüdische aus Theologie, Kir-chenmusik und Gemeindeleben auszutilgen.

Nach dem Kriegsende brach auch im Wieratal vieles zusammen. Nur bruchstückhaft gelang es, sich mit der eigenen – persönlichen wie kirchlichen – Verstrickung und Schuld in den dunklen Jahren des Na-tionalsozialismus aus-einanderzusetzen.

Der Autor beschreibt den Weg der „Deutschen Christen“ aus dem Wieratal in den Jahren 1928 bis 1945 – ihren Aufbruch, Triumph und Niedergang – und thematisiert auch die Aufarbeitung nach 1945. Es geht dabei nicht um Schuldzuweisung und Verurteilung, sondern um ein besseres Verstehen dessen, was damals in unserer Heimat geschah. Anliegen war es, den Anfängen und den Spuren dieser Bewegung dort nachzugehen, wo sie begonnen hatte, eben nicht in den Zentralen der Macht, in München oder Berlin, sondern in kleinen Dörfern im letzten Winkel Thüringens, und inspiriert von einzelnen charismatischen "Führergestalten". In dieser Engführung auf einzelne Akteure, auf das Handeln ganz konkreter Menschen, die in einer bestimmten Umgebung und Situation lebten, wird Geschichte lebendig, greifbar, verstehbar. Wie hat sich das damals „von innen“ angefühlt?

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